Knusprige Ente Peking-Style

Ein einziges Mal habe ich bisher in einem chinesischen Restaurant Peking-Ente gegessen, da war ich noch Teenager. Die Ente gabs nur auf Vorbestellung und war ein echtes Erlebnis. Eine Original Peking-Ente ist ziemlich aufwendig und braucht viel Vorbereitung und Equipment. Das Federvieh wird überbrüht, getrocknet, eingepinselt und in einem speziellen Ofen gebraten, alles über mehrere Tage hinweg. Nur damit die Haut superknusprig wird. Denn die Haut ist der Hauptdarsteller bei der Peking-Ente. Meine Version ist zwar nicht Original, aber viel einfacher und in ein paar Stunden gebraten.

Um eine knusprige Haut zu bekommen, hilft eine Edelstahlhalterung für große Vögel (wie Truthähne und Enten), die verhindert, dass das Tier in seinem eigenen Saft sitzt (was die Haut labbrig macht). Mir wurde der Truthahnhalter von Barbecue Point zum Testen zur Verfügung gestellt. (Hier geht’s zu den Grillern und Geräten, die ich bisher getestet habe: Archiv.) Die Edelstahlhalterung lässt sich nicht nur auf einem Grill, sondern auch wunderbar im Ofen benutzen.

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Inzwischen verwende ich die Halterung immer beim Enten braten, weswegen sie auch schon liebevoll in Entenbratgerät umgetauft wurde. Einen Truthahn würde ich damit aber nicht in den Ofen bekommen, da schon eine 3kg Ente am Ofenrand anstößt. Das liegt an der etwas einseitigen Konstruktion des Entenbratgeräts. Das ist auch mein einziger Kritikpunkt an dem ansonsten sehr praktischen Teil. Die Röhre müsste ein bisschen kürzer sein, damit der Vogel mehr in der Mitte des Ofens Platz findet.

Im Prinzip funktioniert das Entenbratgerät genauso wie die Bierdose, auf die man ein Huhn stülpt. Mit dem Unterschied, dass eine Bierdose einfach nicht geeignet ist, Essen im Ofen zu braten (mehr Infos schön zusammengefasst). Man kann in die Röhre des Entenbratgeräts problemlos eine Flüssigkeit mit Gewürzen füllen um das Tier zusätzlich zu aromatisieren. Aber das eigentlich wichtige ist, dass das Entenbratgerät die Ente in der Luft hält und sie somit rundherum knusprig wird. Das ist wirklich deppensicher. Einfach würzen, aufs Entenbratgerät stülpen, auf ein Backblech stellen, in den Ofen schieben und 2-3 Stunden braten. Wird immer gut.

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Für meine knusprige Ente Peking-Style wird das Tier einfach mit Fünfgewürzepulver gewürzt. Das gibt der Ente eine herrliche Zimtnote, die gut zum dunklen Fleisch passt. Als Beilagen isst man frische Gurke und Frühlingszwiebeln dazu, die Sauce besteht aus fruchtigem Zwetschgenmus mit vielen Gewürzen. Eine köstliche süß-scharfe Kombination mit genialem Crunchfaktor (die Haut!). Probiert es aus :)

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Mit der Ente fangen wir logischerweise an. Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze einheizen. Zuerst das Innenleben der Ente checken und den Kragen und das Innereien-Sackerl herausnehmen. Daraus kann man eine leckere Suppe kochen (unbedingt ohne Leber machen). Das Entenbürzel wegschneiden. Ihr findet es an der hinteren Öffnung, ein ovaler Knopf. Einfach den ganzen Hintern entfernen, das schmeckt nur bitter.

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Die Ente innen und außen waschen und trocken tupfen. Großzügig mit Fünfgewürzepulver und Salz einreiben (innen und außen) und auf den Geflügelhalter (aka. Entenbratgerät) schieben. Das Gestell auf ein tiefes Backblech stellen. 1-2 Gläser Wasser ins Backblech kippen, damit der Bratensaft nicht anbrennt. In den Ofen schieben und mindestens 3 Stunden braten. Nach der Häfte der Zeit das abgetropfte Fett abgießen, damit das Backblech nicht überläuft.

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Währenddessen bleibt genug Zeit um das Beiwerk zur Ente zu machen. Für die Fladen das Mehl in eine Rührschüssel geben und mit dem kochenden Wasser übergießen. Mithilfe einer Küchenmaschine zu einem glatten, festen Teig kneten. Mit einem Geschirrtuch zugedeckt 30 Minuten ruhen lassen.

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Den Teig auf einer bemehlten Unterlage 2mm dick ausrollen und mit einem runden Ausstecher (6cm Durchmesser) kleine Plätzchen ausstechen. Jeden zweiten Teigling mit Öl einpinseln und einen unbestrichenen darauf legen.

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Die Plätzchen auf einer leicht bemehlten Unterlage von der Mitte her dünn ausrollen (sodass man durchschauen kann). Die ausgerollten Pfannkuchen zwischen befeuchtete Backpapierstreifen legen, damit sie nicht austrocknen oder zusammenkleben. Eine beschichtete Pfanne erhitzen und die Pfannkuchen auf beiden Seiten herausbacken. Dabei sollten sie so wenig Farbe wie möglich annehmen.

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Sofort vorsichtig auseinander ziehen und zwischen befeuchtete Backpapierstreifen legen. (Vorsicht, die Fladen sind sehr heiss!) Vor dem Servieren könnt ihr die Fladen in einem Dampfkörbchen erwärmen.

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Für die Sauce brauchen wir: Powidl (Zwetschgenmus), eine Bio-Orange, Fünfgewürzepulver, Sojasauce und eine getrocknete Chili. Das Powidl in einen Topf geben. Die Orangenschale hineinreiben, außerdem den Saft auspressen und dazu geben. Mit Fünfgewürzepulver, Sojasauce und Chili würzen. Kurz erhitzen. Falls das Mus zu dickflüssig ist, mit etwas Wasser verrühren.

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Nach ca. 3 Stunden sollte die Ente so zart sein, dass sich die Knochen ohne Probleme mit bloßen Händen lösen lassen. Zerlegt die Ente vorsichtig und schneidet sie in kleinere Stücke. Auf einem Teller anrichten. Als Beilagen Gurke und Frühlingszwiebeln in möglichst feine Streifen schneiden. Gemeinsam mit den Chips servieren.

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Zum Essen eine Flade mit Sauce bestreichen, darauf etwas Gemüse, Fleisch und knusprige Haut legen. Zusammenrollen und genießen!

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Ein schönes Essen, dass man mit Familie und Freunden genießen kann. Am aufwendigsten ist wahrscheinlich die Herstellung der Fladen, aber die kann man auch gut schon am Vortag vorbereiten und muss sie dann nur noch im Dämpfer aufwärmen. Lasst es euch schmecken!

 

 

Knusprige Ente Peking-Style
 
Arbeitszeit
Kochzeit
Zeit insgesamt
 
Portionen: 4
Zutaten
Knusprige Ente
  • 1 Ente, Bio (ca. 2,5-3kg)
  • Fünfgewürzepulver
  • Salz
Pfannkuchen
  • 300g Mehl
  • 250ml kochendes Wasser
  • Pflanzenöl
Sauce
  • ca. 400g Powidl (Zwetschgenmus)
  • 1 Bio-Orange
  • 1TL Fünfgewürzepulver
  • 5EL Sojasauce
  • 1 getrocknete Chili
Beilagen
  • 3-4 Frühlingszwiebeln
  • 1 Gurke
  • 1 Packung Hummerchips
Zubereitung
Knusprige Ente
  1. Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze einheizen. Zuerst das Innenleben der Ente checken und den Kragen und das Innereien-Sackerl herausnehmen. Daraus kann man eine leckere Suppe kochen (unbedingt ohne Leber machen). Das Entenbürzel wegschneiden. Ihr findet es an der hinteren Öffnung, ein ovaler Knopf. Einfach den ganzen Hintern entfernen, das schmeckt nur bitter.
  2. Die Ente innen und außen waschen und trocken tupfen. Großzügig mit Fünfgewürzepulver und Salz einreiben (innen und außen) und auf den Geflügelhalter schieben. Das Gestell auf ein tiefes Backblech stellen. 1-2 Gläser Wasser ins Backblech kippen, damit der Bratensaft nicht anbrennt. In den Ofen schieben und mindestens 3 Stunden braten. Nach der Häfte der Zeit das abgetropfte Fett abgießen, damit das Backblech nicht überläuft.
  3. Nach ca. 3 Stunden sollte die Ente so zart sein, dass sich die Knochen ohne Probleme mit bloßen Händen lösen lassen. Zerlegt die Ente vorsichtig und schneidet sie in kleinere Stücke. Auf einem Teller anrichten.
Pfannkuchen
  1. Das Mehl in eine Rührschüssel geben und mit dem kochenden Wasser übergießen. Mithilfe einer Küchenmaschine zu einem glatten, festen Teig kneten. Mit einem Geschirrtuch zugedeckt 30 Minuten ruhen lassen.
  2. Den Teig auf einer bemehlten Unterlage 2mm dick ausrollen und mit einem runden Ausstecher (6cm Durchmesser) kleine Plätzchen ausstechen. Jeden zweiten Teigling mit Öl einpinseln und einen unbestrichenen darauf legen. Die Plätzchen auf einer leicht bemehlten Unterlage von der Mitte her dünn ausrollen (sodass man durchschauen kann). Die ausgerollten Pfannkuchen zwischen befeuchtete Backpapierstreifen legen, damit sie nicht austrocknen oder zusammenkleben.
  3. Eine beschichtete Pfanne erhitzen und die Pfannkuchen auf beiden Seiten herausbacken. Dabei sollten sie so wenig Farbe wie möglich annehmen. Sofort vorsichtig auseinander ziehen und zwischen befeuchtete Backpapierstreifen legen. (Vorsicht, die Fladen sind sehr heiss!)
  4. Vor dem Servieren könnt ihr die Fladen in einem Dampfkörbchen erwärmen.
Sauce
  1. Das Powidl in einen Topf geben. Die Orangenschale hineinreiben, außerdem den Saft auspressen und dazu geben. Mit Fünfgewürzepulver, Sojasauce und Chili würzen. Kurz erhitzen. Falls das Mus zu dickflüssig ist, mit etwas Wasser verrühren.
Beilagen
  1. Gurke und Frühlingszwiebeln und möglichst feine Streifen schneiden. Gemeinsam mit den Chips servieren.
  2. Zum Essen eine Flade mit Sauce bestreichen, darauf etwas Gemüse, Fleisch und knusprige Haut legen. Zusammenrollen und genießen!

 

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