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Restaurantwoche: Der Zwischenbrückenwirt

Im Zuge der Restaurantwoche war ich letzte Woche zum Bloggerdinner im Zwischenbrückenwirt eingeladen. Die Restaurantwoche ist eine gute Gelegenheit neue Lokale kennen zu lernen. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, als ich gefragt wurde, ob ich den neu renovierten Zwischenbrückenwirt ausprobieren möchte.

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Die Restaurantwoche findet zweimal im Jahr statt (Februar und September), inzwischen schon im 6. Jahr in Folge. In den teilnehmenden Restaurants kann zum Fixpreis ein Menü verkostet werden. Unter den 74 Restaurants gibt’s auch einige mit Haube, die man sonst vielleicht eher nicht einfach so ausprobieren würde. Mehr Infos rund um die Restaurantwoche findet ihr auch in meinem Ankündigungspost und auf der offiziellen Website.

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Der Zwischenbrückenwirt versteht sich als ein traditionsbewusstes Wirtshaus mit gehobener Küche zu moderaten Preisen. (Was gerade durch die Lage drüber der Donau bei der Friedensbrücke möglich wird.) Das Lokal steht unter der kreativen Leitung von Günther Szigeti und ist mit einer Gault Millau Haube ausgezeichnet worden. Vor kurzem wurde das Wirtshaus komplett neu renoviert und hat sich vom alten 90er Jahre Schick verabschiedet.

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Das Restaurant besticht nun im modernen Stil, ohne viel Schnickschnack (außer ein bisschen Ikea-Utensilien, wie die Platzdeckerl, die ich auch daheim habe). Die dunklen Tische kombiniert mit hellen Stühlen und roten Lampen gefallen mir gut, nur ein bisschen groß finde ich die Tische. Zumeist sind um mich rum Paare gesessen, was etwas verloren gewirkt hat auf den hauptsächlich für 6 Personen ausgelegten Tischen. Zumindest kann man sich nicht beschweren, dass man zu wenig Platz hätte!

Aber nun zum Wichtigsten: dem Essen. Es wurde ein fixes Menü mit vier Gängen serviert. (Im Gegensatz zu manch anderen Lokalen, die ich bisher während der Restaurantwoche besucht habe, die manchmal pro Gang eine Auswahl an Gerichten anbieten.) Dazu kann man sich eine Weinbegleitung bestellen, was ich eigentlich immer gerne tue. Ist einfach eine schöne Gelegenheit neue Weine auszuprobieren.

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Zur Vorspeise wurde Beef Tartare mit Wachtelei und Senfrahm serviert, dazu habe ich als Aperitif ein Schilcher Frizzante von Langmann aus der Steiermark getrunken. Ich liebe Beef Tartare, ich war also schon mal vorab komplett begeistert – und wurde auch nicht enttäuscht. Das Tartare war wunderbar würzig abgeschmeckt, mit einer leicht säuerlichen Note. Statt eines gekochten Wachteleis hätte ich mir ein lauwarmes Eigelb als Topping gewünscht, dann wäre ich komplett zufrieden gewesen.

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Als Suppe gab es Eierschwammerlcremesuppe mit geräucherter Gänsebrust, dazu ein Morillon Hochgrassnitzberg 2013 von Hagen Holger aus St. Veit in der Südsteiermark. Ein ganz spezieller Gang für mich. Manchen meiner Leser mag es aufgefallen sein, das ich nie mit Pilzen koche – weil ich mich bis dato nicht mit ihrer Konsistenz anfreunden konnte. Wir arbeiten aber an unserer Beziehung, und diese Suppe hat definitiv positiv dazu beigetragen. Ein herrliches Aroma, leicht erdig, wunderbar cremig. Dabei aber gar nicht schwer oder dick – meine zwei absoluten NoGos für cremige Suppen (ich will ja kein Püree essen). Der Wein hat perfekt gepasst. Wirklich toll!

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Zum Hauptgang wurde rosa Keule und Ragout vom Reh mit Erdäpfel-Maronigratin und cremigem Rahmwirsing serviert, dazu habe ich einen Cüvee „Joiser Reben“ 2013 von Markus Altenburger aus Jois, Neusiedlersee getrunken. Das Fleisch war wirklich zart und saftig und hat überhaupt nicht „gewildelt“. Die Maroni im Gratin sind mir aber irgendwie nicht aufgefallen. Das Gratin war trotzdem köstlich. Meine Mutter, die mich zum Kosten begleitet hat, und Maroni ungefähr so gern hat wie ich Pilze, hat sie auch nicht bemerkt. Der Wein war trotz seines Barrique-Aromas etwas zu schwach zum Fleisch.

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Der krönende Abschluss war ein saftiges Schokotrifle „ZBW“, dazu gab es ein Glas „Red Roses“ Rosenmuskateller 2013 von Kracher aus meiner Heimat Illmitz, Neusiedler See. Das Trifle war genial. Unten ein saftiger Kuchen, durchtränkt von herrlich säuerlichem Beerensaft, darüber ein luftiges Schokolade-Mousse, getoppt mit vielen Beeren. Statt der Erdbeeren hätte ich Himbeeren serviert, passt besser in den Spätsommer. Der Muskateller war etwas leer, aber mit seiner schönen roten Farbe ein netter Hingucker.

Alles in allem ein wunderbares Menü in einem ansprechenden Ambiente. Auf der normalen Speisekarte findet ihr Klassiker der österreichischen Küche, außerdem ist geplant, auch in Zukunft ein Menü mit Weinbegleitung anzubieten. Gefällt mir!

 

Hier die hard facts:

Zwischenbrückenwirt
Treustrasse 27
1200 Wien

Website

Öffnungszeiten: Mo-Fr 11:30 – 14:30 & 18:00 – 23:00

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